Meine erste Woche WWOOFing liegt nun hinter mir und es war einfach genial!
Ich war mir ja anfangs nicht so sicher wie das so werden würde, aber ich muss sagen mir hat es richtig gut gefallen. Ich bin am 1. September bei Craig auf der Obstplantage angekommen und die herzliche und offene Art von Craig lässt einen sich sofort wohlfühlen.
So eine Obstplantage kann auch wirklich richtig schön ausschauen, vor allem wenn, wie jetzt im Frühling, die Blüten anfangen zu blühen – einfach traumhaft schön.

Aber jetzt mal dazu was ich da so alles getrieben habe…
Für alle die, die mit dem Begriff WWOOFing nichts anfangen können, die Abkürzung steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“ und steht für die Idee Leute zusammenzubringen die am naturverbundenen Lebensstil interessiert sind bzw. ihn leben. Interessierte oder Freiwillige können durch ihre Mitarbeit die ökologische Landwirtschaft kennenlernen. Die Freiwilligen bieten ihre Hilfe und Unterstützung an und bekommen im Gegenzug eine Unterkunft, Essen und den ökologischen Lebensstil näher gebracht. Im Allgemeinen arbeitet man so ca. 4-6h täglich, das variiert aber von Farm zu Farm, es kommt auch immer darauf an ob und wie viele freie Tage man hat, was genau für eine Arbeit gerade anliegt und ob diese wetterabhängig ist.

Auf Craig’s Farm gibt es jede Menge Obstbäume, er besitzt Äpfel-, Birnen-, Kirsch- und Aprikosenbäumen und ich habe ihm in dieser Woche dabei geholfen die Birnen- und Kirschbäume zu beschneiden und die großen Schnittstellen zu versiegeln. Außerdem hat Craig gerade neue Boysenberries gepflanzt und dafür haben wir ein Drahtgerüst gebaut um die Pflanzen richtig fixieren zu können. Ich habe jeden Tag unterschiedlich viele Stunden gearbeitet mal 4 und auch mal 8, das lag aber daran, dass ich das Wochenende frei bekommen hatte. Ich hab die Arbeit wirklich genossen, es ist einfach eine andere Art von Arbeit als man es gewohnt ist, ich war den ganzen Tag draußen in der Natur und habe mich mit Obstbäumen beschäftigt. Ich hatte einen super sexy Overall an, hab den ganzen Tag der Motorsäge gelauscht und einfach meine Arbeit gemacht, ein bisschen etwas dazugelernt hab ich auch und das reichte aus um mich glücklich und zufrieden zu machen.
Je nach Jahreszeit gibt es verschiedene Tätigkeiten auf Craig’s Farm zu erledigen, im Winter und Herbst ist eher „Pruning“, also die Beschneidung der der Bäume, angesagt und im Frühling und Sommer dann „Picking“, also die Ernte der Früchte. Zum Teil wird dann aus einigen Früchten selber Saft hergestellt und die Produkte verkauft bzw. die Ernte selbst verkauft.

Hinzu kam dann noch dass Craig ausgezeichnet kochen kann und so gab es am Ende des Tages immer ein richtig leckeres Abendessen und das Beste daran war, die meisten Zutaten davon stammten allesamt aus seinem Garten. Ob das nun Kartoffeln, Salat, Rote Bete, Fruchtsaft, selbst gefangener Fisch oder sonst irgendetwas war – einfach ausgezeichnet. Der Birnensaft vom richtig alten Birnenbaum in seinem Garten war besonders lecker oder auch sein Apple-Boysenberry-Crumble, welches es zum Frühstück gab 🙂 Ich hatte ja schon vorher Freude daran mein eigenes Gemüse oder Obst im Garten anzubauen, aber jetzt hab ich erst recht Lust dies zu tun und nicht nur Obst und Gemüse, sondern alles mögliche =D
Wie sieht das bei euch aus, baut ihr etwas in eurem Garten oder auf dem Balkon an? Und habt ihr schon mal WWOOFing ausprobiert? Ich kann es euch nur empfehlen, mir hat es riesig Spaß gemacht!