Camp Hill in Glenorchy

Weitere 2 Wochen WWOOFing liegen nun hinter mir, diesmal war ich in der Nähe von Glenorchy und es war einfach nur cool. Erstens ist die Landschaft und Umgebung einfach traumhaft schön dort, das Gelände war umgeben von schneebedeckten Bergen, und zweitens war das Projekt bzw. die Arbeit wirklich wichtig und lohnenswert.

Wunderschönes Projektgelände zwischen den Bergen
Wunderschönes Projektgelände zwischen den Bergen

 

Das Projekt

Das Camhannan Projekt besteht darin ein Gelände von insgesamt 450 Hektar zu renaturieren und den bestehenden Wald wiederherzustellen, ursprünglich einheimische Pflanzen Neuseelands wieder anzusiedeln und einen Ort zu schaffen wo sich einheimische Vögelarten wieder gerne niederlassen und fortpflanzen. Das Projekt findet in zwei unterschiedlichen Gebieten statt, einmal im Camp Hill nahe Glenorchy, wo auch ich gearbeitet habe, und in der Moonlight Bay in den Marlborough Sounds. Das ganze wird von Rob Lay seit 2006 geleitet, der dieses Land gekauft hat mit dem Wunsch endlich aktiv etwas für den Umweltschutz zu tun. Wenn ihr mich fragt ein super Projekt und Hut ab, denn die Arbeit ist nicht leicht und auch nicht günstig. Aber Rob Lay hat es geschafft bisher über 35000 Bäume, Gräser, Büsche usw. zu pflanzen mit einer beeindruckenden Überlebensrate von 97,5%! Experten hatten ihm eine Überlebensrate der neugepflanzten Bäume von 50% gegeben, doch mit einem ausgeklügeltem Algorithmus, welchen er über die Jahre entwickelt hat konnte er dies mehr als optimieren.

ältere Pflanzen aus verbreiten Jahren - es entwickelt sich alles gut
Ältere Pflanzen aus vorherigen Jahren – es entwickelt sich alles gut

 

Tätigkeiten 

Meine Aufgaben als WWOOFerin waren sehr abwechslungsreich. Ich habe angefangen beim Düngen der jungen Pflanzen zu helfen, welche in den letzten 2 Jahren gepflanzt wurden. Dies unterstützt ihr Wachstum und erhöht die Überlebensrate der jungen Pflanzen enorm. Es sorgt für einen optimalen PH-Wert des Bodens, ausreichend Nährstoffe und eine ausreichende O2 Sättigung und Auflockerung des Erdreichs. Diese Düngung erhalten die Pflanzen insgesamt 5 Mal, bei der Pflanzung und dann 2x jährlich für 2 Jahre. Außerdem habe ich die Schutzvorkehrungen der älteren Pflanzen entfernt, da diese stark und groß genug waren um ohne Unterstützung oder Schutz weiter zu wachsen. Schutzmaßnahmen waren beispielsweise Unkrautvliese, Schutzfolien oder Gitterzäune als Schutz vor Hasen. Die Materialien und Düngemittel sind übrigens alle organisch!

Düngung der jungen Pflanzen
Düngung der jungen Pflanzen

 

Natürlich habe ich dann danach auch beim eigentlichen Bäume pflanzen geholfen und wir haben mit 2-3 Leuten in nur einer Woche 1000 neue Bäume gepflanzt! Ich habe also dabei geholfen auf einer großen weiten Flächen, wo vorher nichts war, einen Redwoodforest anzulegen. Das war körperlich natürlich sehr anstrengend, aber wenn man auf seine Arbeit zurückgeblickt hat war es doch sehr erfüllend!

1000 Beechtrees in 1 Woche
1000 Redwoods in 1 Woche

 

Nach 10 Jahren Arbeit an diesem Projekt lässt sich schon ein enormer Fortschritt erkennen. Der damals durch Rodung und Brand geschrumpfte Wald ist wieder um einiges gewachsen. Die früher dort bestehenden Feuchtgebiete wurden wiederhergestellt und es lässt sich beobachten dass einheimische Vögel oder auch generell Vögel sich dort sehr wohl fühlen und sich fortpflanzen. Es gibt viele Paradise Ducks dort, Schwäne lassen sich nieder, man kann den Gesang der Tuis hören und auch vieler Bellbirds. Nachts hört man hin und wieder Eulen und selbst ein Falke lebt auf dem Gelände.

Die wiederhergestellten Feuchtgebiete
Die wiederhergestellten Feuchtgebiete

 

Die Unterkunft

Die Unterkunft auf dem Projektgelände war übrigens auch einmalig, wer sich dafür entscheiden sollte auch bei dem Camhannan Renaturierungsprojekt helfen zu wollen, der wird in kleinen Hütten im Wald schlafen. Ich hab das wirklich sehr genossen, denn durch die großen Fenster ist man der Natur ganz nah und durch die Lage im Wald hört man die Vogelgesänge sehr gut. Ab und zu wenn nachts mal etwas um die Hütte herumschleicht oder tappende Geräusche auf dem Dach zu hören sind kann es etwas unheimlich werden, aber glücklicherweise muss man sich in Neuseeland keine Sorgen um giftige oder attackierende Tiere machen. Alles total harmlos.

Unterkunft im Wald
Unterkunft im Wald

 

Es war ein gutes Gefühl etwas für die Natur zu tun, etwas diesem wundervollem Land zurückzugeben und einen grünen Fußabdruck zu hinterlassen!

Werdet auch ihr aktiv und redet nicht immer nur über den Umweltschutz sondern tut etwas, ob in eurem Heimatland, im Ausland, während des Reisens, im Urlaub, als Hobby oder Hauptberuflich, ganz egal, Hauptsache ihr tut etwas.

Habt ihr bereits ähnliche Projekte unterstützt, dann schreibt mir und teilt eure Erfahrungen. 

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